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Eine für alle: KI-Innovation in der Verwaltung

Liebe*r Abonnent*in,

während die Bundesregierung, wie auch schon im vergangenen Jahr in Paris, aktuell am globalen „India AI Impact Summit 2026“ in Neu-Delhi teilnimmt, laufen auch im Inland die Dossiers zu Digitalisierung und insbesondere KI weiter. Im Zentrum steht dabei auch der Sozialstaat, der moderner werden und sich stärker an den Bedürfnissen der Bürger*innen orientieren soll. Digitale Technologien können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten. Die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales geleitete Kommission zur Sozialstaatsreform (KSR) hat dazu Ende Januar umfassende Vorschläge vorgelegt. So sollen Bürger*innen unter anderem Sozialleistungen über ein einheitliches, digitales Portal beantragen können, um den Sozialstaat transparenter und unbürokratischer zu machen. Weniger Schnittstellen können dann zu kürzeren Bearbeitungszeiten und zu einer höheren Effizienz der Verwaltung führen. Vor allem empfiehlt die KSR, den Einsatz von KI zur Unterstützung von Verwaltungsverfahren voranzutreiben und die dafür notwendige Rechtssicherheit zu schaffen.

Einen konkreten Beitrag dazu leistet bereits jetzt die KI-Anwendung „Behörden-KlarText“. Seit Ende Januar steht die Open-Source-Software allen interessierten Behörden der Arbeits- und Sozialverwaltung zur Verfügung. Mit der Anwendung, die praktisch so einfach wie eine automatisierte Rechtschreibprüfung funktioniert, lassen sich Behördenschreiben verständlicher formulieren. So kann die Verwaltung ihre Beschäftigten entlasten und einen besseren Service für Bürger*innen bieten. Das Potenzial ist angesichts von Millionen Schreiben, die allein von der Arbeits- und Sozialverwaltung jedes Jahr versendet werden, enorm. Das BMAS hat die Anwendung gemeinsam mit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) entwickelt. Von vornherein war es das Ziel, die Anwendung nach dem Prinzip „Eine für alle“ in der Breite der öffentlichen Verwaltung nutzbar zu machen. Wir freuen uns deswegen sehr, dass wir mit der Veröffentlichung des vollständigen Codes einen wichtigen Meilenstein im Projekt erreicht haben und Verwaltungsmodernisierung entscheidend voranbringen.
Wie KI die Arbeitswelt verändert, war Thema auf der internationalen Konferenz „AI and the world of work“ am 11. Februar, ausgerichtet vom französischen Arbeitsministerium in Paris. Ein Jahr nach der Gründung des kollaborativen und internationalen Netzwerks der KI-Observatorien auf dem AI Action Summit 2025 trafen sich die Gründungsmitglieder des Netzwerks erneut. Im Fokus der Veranstaltung stand der Austausch von neuesten Erkenntnissen zu den Auswirkungen des Einsatzes von KI auf Wirtschaft, Beschäftigung und Arbeitsbedingungen, z. B. in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien oder Brasilien. Daran anschließend wurde diskutiert, welche Rahmenbedingungen und Bedarfe sich daraus für die Gestaltung der digitalen Transformation der Arbeitswelt auf nationaler und internationaler Ebene ergeben. Das BMAS war mit dem „Observatorium Künstliche Intelligenz in Arbeit und Gesellschaft“, das bereits im März 2020 als Maßnahme der KI-Strategie der Bundesregierung ins Leben gerufen worden war, in Paris vertreten. Als Teil der Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft des BMAS ist das KI-Observatorium damit weltweit eines der ersten seiner Art. Ziel ist es seitdem, insbesondere die Auswirkungen von KI auf Arbeit und Gesellschaft zu analysieren, zu diskutieren und zu gestalten. Dafür hat das KI-Observatorium eine Vielzahl von Projekten angestoßen und umgesetzt.

Aktuelle Entwicklungen dazu werden unter Beteiligung von BMAS und führenden Expert*innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft auch auf der 5. Konferenz des OECD-Programms „Artificial Intelligence in Work, Innovation, Productivity and Skills (AI-WIPS)“ vom 30. März bis 1. April 2026 in Paris vorgestellt und diskutiert. AI-WIPS wurde 2019 auf Initiative und mit maßgeblicher Unterstützung des BMAS ins Leben gerufen. Ziel des Programms ist es, zentrale, international vergleichbare Erkenntnisse zu den Folgen von KI-Technologien für Beschäftigte, Unternehmen und Arbeitsmärkte zu gewinnen und damit eine evidenzbasierte Politikgestaltung zu ermöglichen. Mehr zu Programm und Teilnahmemöglichkeiten im kommenden Newsletter.

Wir werden diese Entwicklungen weiterhin aktiv begleiten und uns dafür einsetzen, die großen Innovationspotenziale von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz zu nutzen – die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Menschen stets im Blick.

Eine informative Lektüre wünscht

Ihr Team der Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft
Prägnant, klar & einfach: Mit Behörden-KlarText können Mitarbeitende der Arbeits- und Sozialverwaltung verständlichere Schreiben formulieren und Services für Bürger*innen und Unternehmen verbessern. Ab sofort steht die KI-Anwendung kostenlos als Open Source bereit.
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