Welche Folgen die Einführung KI-basierter Innovationen für Beschäftigte und den Arbeitsmarkt als Ganzes haben wird, untersucht eine Studie der London School of Economics and Political Science (LSE) über die Auswirkungen von KI auf Arbeitsmärkte weltweit. Was wir heute schon über die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt wissen und wie wir die Entwicklung gestalten wollen, teilte Ana Dujić, Leiterin der Abteilung Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft im BMAS, mit Nobelpreisträgern und weiteren Expert*innen aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beim „Global Forum on AI and the Social Sciences 2026“ der LSE. Ein wichtiges Ergebnis der Diskussion: In jedem Fall sollte der KI-Einsatz in Betrieben die Potenziale der Technologie für mehr gute Jobs und zur Unterstützung der Beschäftigten nutzen. Zugleich betonten aber die anwesenden Ökonom*innen, wie wichtig eine klare Regulierung von KI angesichts der teilweise disruptiven Veränderungen durch die Technologie ist und dass es zugleich einen verlässlichen Rahmen für die Realisierung von Produktivitätspotenzialen zu schaffen gilt.
Die Förderung beschäftigtenorientierter KI steht am 28. September in Brüssel ebenfalls im Fokus des Kompetenzzentrums „Zukunft der Arbeit“ der Friedrich-Ebert-Stiftung. Vertreter*innen aus Politik – darunter auch das BMAS –, Gewerkschaften, Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft diskutieren entsprechende Policy-Ansätze, angefangen vom Arbeitsschutz über die digitale Industriepolitik sowie die Tarifpolitik bis hin zur öffentlichen Beschaffung und Besteuerung.
Implementierung und Anwendung digitaler Technologien und KI in den Betrieben ist ebenfalls ein Thema beim „Human Friendly Automation Day“ am 1. Oktober in München. Zuletzt hat dies die Studie „Standort Zukunft: Wie Deutschland zu neuer Stärke und Wachstum findet“ der KfW Research bestätigt. Sie zeigt, dass es nicht nur wichtig ist, dass Unternehmen in Digitalisierung und KI investieren. Entscheidend ist auch, Beschäftigte zu befähigen und genügend digitale Grundlagen aufzubauen. Insbesondere der Aufbau von Kompetenzen kann demnach kurzfristig Produktivitätspotenziale erschließen. Zugleich zählen fehlende Kompetenzen zu den zentralen Hürden für eine gelingende digitale Transformation in mittelständischen Unternehmen.
An genau diesen Hebeln setzt die am 2. September 2026 veröffentlichte Förderrichtlinie „Produktiver und beschäftigungsorientierter Einsatz von KI in Wirtschaft und Arbeit“ des BMAS an. Zum einen werden Maßnahmen gefördert, die insbesondere kleine und mittlere Unternehmen sowie ihre Beschäftigten bei der Einführung und Nutzung konkreter KI-Anwendungen unterstützen sollen. Zum anderen stehen Projekte im Fokus, die untersuchen, wie aktuell Produktivitätspotenziale von KI erschlossen, die Nachfrage nach Arbeitskräften in Unternehmen erhöht und zugleich Verteilungsgerechtigkeit befördert werden kann.
Einen guten Start in den Herbst wünscht Ihnen
Ihr Team der Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft im BMAS